Mein KI-Entwicklungs-Workflow 2025: Wie ich Claude Code, Codex, Gemini und Google AI Studio kombiniere
Mein KI-Entwicklungs-Workflow die Zukunft der Softwareentwicklung liegt nicht in einem einzigen KI-Tool – sondern in der intelligenten Kombination mehrerer spezialisierter Modelle.
Mein KI-Entwicklungs-Workflow 2025 steht im Mittelpunkt dieses Guides. In diesem Artikel zeige ich meinen persönlichen Workflow, mit dem ich täglich Projekte entwickle, plane und visualisiere.
Warum Multi-AI statt Single-Tool? — Mein KI-Entwicklungs-Workflow 2025
Jedes KI-Modell hat seine Stärken und Schwächen. Mein KI-Entwicklungs-Workflow Claude Code brilliert beim Coding, Gemini bei der Bildgenerierung, Veo bei Videos.
Anstatt auf ein "Alleskönner"-Tool zu setzen, nutze ich gezielt das beste Tool für jede Aufgabe – und lasse die Modelle sogar gegenseitig ihre Arbeit überprüfen.
Das Ergebnis: Bessere Codequalität, schnellere Iteration und kreativere Lösungen.
Mein IDE-Setup: Antigravity
Als Basis nutze ich Antigravity als meine primäre Entwicklungsumgebung.
Was Antigravity besonders macht:
- Claude Code im Terminal – Direkt integriert für nahtloses Coding
- Claude Code VSCode Extension – Für kontextbewusstes Code-Completion
- OpenAI Codex Extension – Als zweite Meinung und Debugging-Partner
Diese Kombination gibt mir das Beste aus beiden Welten: Anthropics tiefes Code-Verständnis und OpenAIs schnelle Iteration.
Claude Code: Das Herzstück meiner Entwicklung
Claude Code ist mein primäres Tool für alle Coding- und Entwicklungsaufgaben.
Stärken von Claude Code:
- Multi-File-Refactoring – Versteht komplexe Codebasen und kann übergreifende Änderungen vornehmen
- Kontextbewusstsein – Behält den gesamten Projektkontext im Blick
- Agentic Workflows – Kann selbstständig recherchieren, planen und implementieren
- MCP-Integration – Verbindet sich mit externen Tools und Datenquellen
Typische Anwendungsfälle:
- Neue Features implementieren
- Code-Reviews durchführen
- Komplexe Refactorings planen
- API-Integrationen entwickeln
- Tests schreiben
Claude Code ist besonders stark, wenn es um zusammenhängende, komplexe Aufgaben geht, die tiefes Verständnis der Codebasis erfordern.
OpenAI Codex: Debugging & Plan-Validierung
OpenAI Codex setze ich gezielt für zwei Hauptzwecke ein:
1. Debugging
Wenn ich auf einen hartnäckigen Bug stoße, hole ich mir eine zweite Meinung von Codex.
Oft sieht ein anderes Modell Probleme aus einer anderen Perspektive.
2. Plan-Validierung ("Confirmation AI")
Bevor ich einen größeren Implementierungsplan umsetze, lasse ich Codex den Plan überprüfen:
"Hier ist mein Plan für Feature X. Siehst du Probleme
oder Verbesserungsmöglichkeiten?"
Diese Zweitmeinung hat mir schon mehrfach teure Fehler erspart.
Die "AI Model Ping Pong" Strategie
Eine meiner effektivsten Techniken ist das AI Model Ping Pong – das gezielte Hin-und-Her-Spielen zwischen verschiedenen KI-Modellen.
So funktioniert es:
- Claude Code erstellt einen ersten Entwurf (Code, Plan, Architektur)
- Codex überprüft den Entwurf und gibt Feedback
- Claude Code verbessert basierend auf dem Feedback
- Optional: Weitere Iteration bis das Ergebnis optimal ist
Warum das funktioniert:
- Jedes Modell hat unterschiedliche Trainingsdaten und Perspektiven
- Fehler eines Modells werden vom anderen oft erkannt
- Das Ergebnis ist robuster als von einem einzelnen Modell
- Ähnlich wie Code-Reviews unter Menschen
Beispiel aus der Praxis:
1. Claude Code: "Hier ist meine Implementierung für das
Authentication-System..."
2. Codex Review: "Der Ansatz ist gut, aber ich sehe ein
potenzielles Race-Condition-Problem bei..."
3. Claude Code: "Guter Punkt! Hier ist die verbesserte
Version mit Mutex-Lock..."
GitHub Spec-Kit: Strukturierte Feature-Planung mit KI
Ein Game-Changer in meinem Workflow ist GitHub Spec-Kit – ein Open-Source-Toolkit für Spec-Driven Development.
Anstatt direkt drauflos zu coden ("Vibe Coding"), schreibe ich zuerst detaillierte Spezifikationen, die dann als Grundlage für die KI-gestützte Implementierung dienen.
Was ist Spec-Driven Development?
Die Philosophie: Spezifikationen werden zu ausführbaren Artefakten.
Statt vage Prompts zu schreiben wie "Baue mir ein Login-System", definiere ich präzise, was das System können muss – und die KI setzt diese Spec dann strukturiert um.
Die Spec-Kit Slash Commands
Nach der Initialisierung stehen folgende Befehle zur Verfügung:
| Command | Zweck |
|---|---|
/speckit.constitution | Grundprinzipien des Projekts festlegen |
/speckit.specify | Requirements und Anforderungen definieren |
/speckit.plan | Technische Implementierungsstrategie erstellen |
/speckit.tasks | Actionable Task-Listen generieren |
/speckit.implement | Geplante Entwicklung ausführen |
Mein Spec-Kit Workflow
1. CONSTITUTION erstellen
- Welche Prinzipien gelten für das Projekt?
- Welche Technologien und Patterns nutzen wir?
- Was sind No-Gos?
2. SPECIFY schreiben
- Was soll das Feature können?
- Welche User Stories gibt es?
- Welche Edge Cases müssen berücksichtigt werden?
3. PLAN entwickeln
- Wie setzen wir das technisch um?
- Welche Architektur-Entscheidungen treffen wir?
- Welche Dependencies brauchen wir?
4. TASKS generieren
- Aufgaben in kleine, umsetzbare Schritte zerlegen
- Prioritäten festlegen
- Dependencies zwischen Tasks identifizieren
5. IMPLEMENT ausführen
- KI implementiert basierend auf der Spec
- Strukturierte, vorhersagbare Ergebnisse
- Weniger "Vibe Coding", mehr Präzision
Warum Spec-Kit meinen Workflow revolutioniert hat
Vorher (Vibe Coding):
Prompt: "Baue mir ein User-Authentication-System"
→ KI improvisiert
→ Unvorhersehbare Ergebnisse
→ Viel Nacharbeit nötig
Nachher (Spec-Driven):
Spec: "Authentication-System mit folgenden Anforderungen:
- OAuth2 mit Google und GitHub
- Session-basiert mit Redis
- Rate-Limiting: 5 Versuche/Minute
- 2FA optional per TOTP
- Password-Reset via Email
- Audit-Log für alle Auth-Events"
→ KI hat klare Vorgaben
→ Vorhersagbare, vollständige Implementierung
→ Weniger Iteration nötig
Spec-Kit + AI Model Ping Pong
Die Kombination aus Spec-Kit und meiner Ping-Pong-Strategie ist besonders mächtig:
- Spec mit Claude Code schreiben – Detaillierte Anforderungen formulieren
- Spec von Codex reviewen lassen – Lücken und Unklarheiten identifizieren
- Spec verbessern – Basierend auf Feedback
- Plan mit Claude Code erstellen – Technische Umsetzung planen
- Plan von Codex validieren – Alternative Ansätze prüfen
- Implementation starten – Mit solider Grundlage
Unterstützte KI-Assistenten
Spec-Kit funktioniert mit praktisch allen modernen KI-Coding-Tools:
- ✅ Claude Code
- ✅ GitHub Copilot
- ✅ Cursor
- ✅ Windsurf
- ✅ Google Gemini
- ✅ OpenAI Codex
Drei Szenarien für Spec-Kit
| Szenario | Beschreibung | Wann nutzen? |
|---|---|---|
| Greenfield | Neues Projekt von Grund auf | Startups, neue Products |
| Creative Exploration | Parallele Implementierungen testen | Prototyping, Experimente |
| Brownfield | Bestehende Systeme erweitern | Legacy-Code, Refactoring |
Quick Start mit Spec-Kit
# Installation
npx specify init
# Oder persistent installieren
npm install -g specify
# Projekt initialisieren
specify init my-project
# Dann die Slash Commands nutzen
/speckit.constitution
/speckit.specify
/speckit.plan
/speckit.tasks
/speckit.implement
Spec-Kit hat die Art, wie ich Features plane und implementiere, grundlegend verändert. Statt "Vibe Coding" arbeite ich jetzt mit präzisen Spezifikationen, die zu vorhersagbaren, hochwertigen Ergebnissen führen.
Gemini: Bildgenerierung & 3D-Illustrationen
Für visuelle Assets nutze ich Google Gemini.
Anwendungsbereiche:
- Hero Images für Blog-Posts und Landing Pages
- 3D-Illustrationen für technische Konzepte
- Icons und UI-Elemente im konsistenten Stil
- Infografiken für komplexe Workflows
Workflow mit Gemini:
- Konzept beschreiben (detaillierter Prompt)
- Erste Varianten generieren
- Beste Version auswählen und verfeinern
- Export in verschiedenen Formaten
Die Stärke von Gemini liegt in der Konsistenz – einmal einen Stil etabliert, kann ich ihn über viele Assets hinweg beibehalten.
Veo: Professionelle Videogenerierung
Für Video-Content setze ich auf Google Veo.
Einsatzgebiete:
- Produkt-Demos und Feature-Showcases
- Explainer-Videos für komplexe Konzepte
- Social Media Content (kurze Clips)
- Hintergrund-Animationen für Websites
Veo-Workflow:
- Storyboard/Konzept erstellen
- Szene-für-Szene prompten
- Clips generieren und reviewen
- Post-Processing und Zusammenschnitt
Veo ist besonders nützlich für schnelle Prototypen – bevor ich in teure Videoproduktion investiere, teste ich Konzepte erst mit KI-generierten Videos.
Google AI Studio: Mockups & Animation-Konzepte
Google AI Studio ist mein Go-to-Tool für kreative Konzeptarbeit.
Website-Mockups
- Landing Page Designs
- UI-Konzepte
- Responsive Layouts
Animation-Konzepte
- Scrollytelling-Animationen – Wie soll Content beim Scrollen erscheinen?
- 3D-Animationen – Konzeptvisualisierung vor der Implementierung
- Micro-Interactions – Button-Hover, Loading-States, Transitions
Workflow:
- Beschreibung der gewünschten Animation/des Mockups
- AI Studio generiert visuelle Konzepte
- Iteration bis zum gewünschten Ergebnis
- Export als Referenz für die Entwicklung
Dies spart enorm Zeit in der Konzeptphase – statt stundenlang in Figma zu iterieren, generiere ich schnell mehrere Varianten und entscheide dann.
Zusammenfassung: Mein Tool-Stack
| Aufgabe | Primäres Tool | Backup/Validation |
|---|---|---|
| Coding & Development | Claude Code | - |
| Debugging | Codex | Claude Code |
| Feature-Spezifikation | Spec-Kit + Claude Code | Codex |
| Plan-Validierung | Codex | - |
| Bildgenerierung | Gemini | - |
| 3D-Illustrationen | Gemini | - |
| Videogenerierung | Veo | - |
| Mockups & Animationen | Google AI Studio | - |
Fazit: Die Zukunft ist Multi-AI + Spec-Driven
Die Zeiten, in denen ein einziges Tool alle Aufgaben erledigt, sind vorbei.
Die besten Ergebnisse erziele ich durch:
- Spezialisierung – Das beste Tool für jede Aufgabe
- Spezifikation – Spec-Kit für strukturierte, vorhersagbare Ergebnisse
- Validierung – KI-Modelle überprüfen sich gegenseitig
- Integration – Nahtloser Workflow zwischen den Tools
- Iteration – AI Model Ping Pong für optimale Ergebnisse
Dieser Workflow hat meine Produktivität verdoppelt und die Qualität meiner Arbeit deutlich verbessert. Die Investition in das Erlernen mehrerer Tools – insbesondere Spec-Kit – zahlt sich aus.
Deine nächsten Schritte
- Starte mit einem Tool – Claude Code oder Codex als Basis
- Installiere Spec-Kit –
npx specify initfür strukturierte Planung - Füge Spezialisierung hinzu – Gemini für Bilder, Veo für Videos
- Etabliere Ping Pong – Lass Modelle gegenseitig reviewen
- Iteriere deinen Workflow – Finde heraus, was für dich funktioniert
Die KI-Landschaft entwickelt sich rasant – aber die Prinzipien der Multi-AI-Nutzung und Spec-Driven Development werden bleiben.
Nutzt du bereits Spec-Kit oder andere strukturierte Planungstools in deinem KI-Workflow? Teile deine Erfahrungen in den Kommentaren!
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Vorteil von Multi-AI gegenüber einem einzigen KI-Tool?
Jedes KI-Modell hat spezifische Stärken: Claude Code brilliert bei komplexem Code-Verständnis, Codex bei schneller Iteration, Gemini bei Bildgenerierung. Durch die Kombination erhältst du das Beste aus allen Welten – bessere Codequalität, weniger Halluzinationen und kreativere Lösungen, als ein einzelnes Tool liefern könnte.
Wie funktioniert die "AI Model Ping Pong" Strategie konkret?
Du lässt ein KI-Modell (z.B. Claude Code) einen ersten Entwurf erstellen, dann überprüft ein zweites Modell (z.B. Codex) diesen Entwurf kritisch. Das Feedback nutzt du zur Verbesserung. Diese Technik funktioniert wie ein Code-Review zwischen zwei Entwicklern – unterschiedliche Perspektiven finden Fehler, die einem einzelnen Modell entgehen.
Ist Spec-Kit für Anfänger geeignet oder nur für erfahrene Entwickler?
Spec-Kit ist besonders für Entwickler wertvoll, die von "Vibe Coding" zu strukturierter KI-Nutzung wechseln wollen. Die Lernkurve ist moderat – du kannst mit einfachen Specifications starten und sie schrittweise verfeinern. Der Hauptvorteil: Durch klare Anforderungen erhältst du vorhersagbarere, qualitativ bessere Ergebnisse von der KI.
Welches Tool sollte ich zuerst lernen, wenn ich mit Multi-AI starte?
Beginne mit einem starken Code-Assistant wie Claude Code als Basis für deine tägliche Entwicklungsarbeit. Sobald du damit vertraut bist, füge Codex als "Zweitmeinung" für Debugging und Plan-Validierung hinzu. Visuelle Tools wie Gemini und Veo kannst du später ergänzen, wenn du Content-Erstellung in deinen Workflow integrieren möchtest.
Wie verhindere ich, dass der Workflow zu komplex und zeitaufwendig wird?
Der Schlüssel ist selektive Anwendung: Nutze Ping-Pong und Spec-Kit für komplexe Features, nicht für triviale Änderungen. Für einen einfachen Bugfix reicht ein einzelnes Tool. Der Multi-AI-Workflow lohnt sich vor allem bei neuen Features, Architektur-Entscheidungen und komplexen Refactorings – dort spart er trotz mehr Schritten letztendlich Zeit.