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type: Glossary Term
title: Self-Preferencing (Selbstbevorzugung)
description: "Self-Preferencing (Selbstbevorzugung) bezeichnet das Verhalten einer Plattform, die ihre eigenen Produkte oder Dienste systematisch gegenüber gleichwertigen Ang"
resource: "https://www.contextstudios.ai/de/glossar/self-preferencing"
category: economics
language: de
timestamp: "2026-06-28T12:05:32.645Z"
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# Self-Preferencing (Selbstbevorzugung)

Self-Preferencing (Selbstbevorzugung) bezeichnet das Verhalten einer Plattform, die ihre eigenen Produkte oder Dienste systematisch gegenüber gleichwertigen Angeboten Dritter bevorzugt – auch dann, wenn das für den Nutzer nicht die beste Wahl ist. Der Begriff stammt aus dem Wettbewerbsrecht, etwa aus dem EU Digital Markets Act, und wird zunehmend auf den KI-Markt übertragen.

Im KI-Kontext tritt Self-Preferencing dort auf, wo ein Anbieter sowohl die Distribution als auch ein eigenes Modell kontrolliert: Eine Entwicklungsumgebung, ein Agenten-Runtime oder eine Cloud-Plattform leitet Anfragen standardmäßig an das hauseigene Modell, obwohl ein gleich gutes oder besseres Drittmodell verfügbar wäre. Voreinstellung, Pricing und Integrationstiefe sind dabei so gestaltet, dass das eigene Modell strukturell im Vorteil ist.

Anders als beim klassischen Vendor-Lock-in entsteht die Bindung hier nicht durch Wechselkosten, sondern durch eine verzerrte Standardwahl an genau der Schnittstelle, an der Nutzer und Modell zusammentreffen. Für Unternehmen ist das relevant, weil eine scheinbar neutrale Plattform-Empfehlung in Wahrheit eine kommerzielle Eigeninteresse-Entscheidung sein kann – mit direkten Folgen für Kosten, Qualität und Unabhängigkeit der eingesetzten KI.
